An die britische Regierung
Sehr geehrte Damen und Herren,
die derzeitige britische Regierung ist erst vor Kurzem im Amt und kann daher sagen, dass sie für die langjährigen Konflikte auf beiden Seiten der Durand-Linie nicht verantwortlich ist. Sie weiß jedoch, dass Großbritannien den Menschen in Afghanistan seit mehr als 180 Jahren mit einer Strategie des Unrechts behandelt haben und die Rechte der Bevölkerung auf beiden Seiten der Durand-Linie mit Füßen getreten hat.
Afghanen und Briten haben mehr als dreimal Krieg gegeneinander geführt. Was hat Großbritannien seit 1839 bis heute in Afghanistan erreicht? Die Ziele, die Großbritannien in Afghanistan verfolgt hat, wurden nicht erreicht. Das wissen Sie selbst.
Großbritannien ist gemeinsam mit seinen Verbündeten und Pakistan für Kriegsverbrechen in Großafghanistan mitverantwortlich und daran verwickelt, dass mehrere Millionen Afghanen auf beiden Seiten der Durand-Linie getötet wurden. Unter den Opfern waren Neugeborene, Kinder, Frauen, ältere Menschen und zahlreiche andere unschuldige Zivilisten. Darüber hinaus wurden unsere Infrastruktur, Städte, Wohnhäuser, Schulen und vieles mehr durch Handlungen Großbritanniens und seiner Verbündeten zerstört. Auch das ist Ihnen bekannt.
Die pakistanischen Kriegsverbrecher haben die Menschen auf beiden Seiten der Durand-Linie seit vielen Jahren unterdrückt, tyrannisiert und auf vielfältige Weise unterdrückerischer Gewalt ausgesetzt.
Der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif erklärte im April 2025 in einem Interview mit Sky News, dass Pakistan in der Vergangenheit „schmutzige Arbeit“ für die USA, Großbritannien und andere Staaten in Afghanistan geleistet hat.
Sie wissen, dass beide Seiten der Durand-Linie zu Afghanistan gehören und die Bevölkerung auf beiden Seiten ein afghanisches Volk ist. Ebenso wissen Sie genau, dass die Durand-Linie für uns keine anerkannte Staatsgrenze darstellt. Wir, das afghanische Volk, wollen die Wiedervereinigung der beiden Seiten der Durand-Linie. Wir Afghanen wollen in Freiheit leben und unsere Rechte wahrnehmen können.
Großbritannien weiß, dass die Bevölkerung in Belutschistan und Paschtunkhwa ebenfalls zum afghanischen Volk gehört. Die Briten kennen die afghanische Mentalität und die Geschichte unseres Volkes.
Es wäre im Interesse der gesamten Region, wenn beide Seiten der Durand-Linie auf friedlichem Wege wiedervereinigt würden. Wir wollen keine Drohungen aussprechen. Wir möchten jedoch deutlich machen, dass es ohne eine Wiedervereinigung beider Seiten der Durand-Linie in der Region keinen dauerhaften und nachhaltigen Frieden geben kann und dass andernfalls erneut Konflikte entstehen könnten. Sie wissen, dass bei solchen Konflikten zahlreiche unschuldige Menschen ihr Leben verlieren.
Wir akzeptieren für die Wiedervereinigung der beiden Seiten der Durand-Linie keinerlei Bedingungen. Wir werden keinen einzigen Zentimeter unseres Territoriums von Großafghanistan und auch keinen Korridor an Pakistan abtreten. Die unrechtmäßigen Forderungen pakistanischer Militärdiktatoren werden wir unter keinen Umständen akzeptieren!
Erst wenn die Macht des pakistanischen Militärs, das für Kriegsverbrechen verantwortlich ist, an eine zivile Regierung in Pakistan übergeben wird, können die Beziehungen zwischen Großafghanistan und Pakistan normalisiert werden.
Wir, das afghanische Volk von Großafghanistan, sind kein Eigentum Großbritanniens. Ebenso ist unser Territorium, Großafghanistan, kein Eigentum Großbritanniens.
Sie wissen, dass sich die Zeiten des 18., 19. und 20. Jahrhunderts grundlegend verändert haben. Die Welt von heute ist nicht mehr mit der damaligen Welt vergleichbar!
Wir möchten außerdem ausdrücklich klarstellen, dass wir gute Beziehungen zu Indien, Russland, China und den Ländern Zentralasiens pflegen wollen. Selbstverständlich streben wir gute Beziehungen zu allen Ländern der Welt an. Wir respektieren alle Länder der Welt sowie sämtliche Religionen.
Mit freundlichen Grüßen
