Liberal Demokratic Party of Afghanistan
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Warnung an die pakistanische Regierung

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
nach dem Einmarsch der sowjetischen Armee in Afghanistan im Jahr 1979 erhielt Pakistan von verschiedenen Ländern mehrere Milliarden US-Dollar, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen, Widerstand gegen die sowjetischen Truppen zu organisieren und zu unterstützen.
 
Daraufhin betrieben Ihre Muftis unter der afghanischen Bevölkerung, die in Belutschistan und Paschtunkhwa lebte, Propaganda. Sie unterzogen die Menschen einer regelrechten Gehirnwäsche, indem sie ihnen vermittelten, die Russen seien in Afghanistan einmarschiert, seien religionslos und hätten kein heiliges Buch. Deshalb müsse man gegen sie kämpfen.
 
An dieser Stelle ist eine sachliche Klarstellung angebracht: Die Mehrheit der russischen Bevölkerung gehört dem Christentum an, und die Bibel ist dessen heilige Schrift. Die pauschale Behauptung, Russen seien grundsätzlich religionslos und hätten kein heiliges Buch, ist daher irreführend und sachlich unzutreffend.
 
Die pakistanische Muftis erließen unter Berufung auf den sogenannten heiligen Krieg (Dschihad) Fatwas (religiöse Rechtsgutachten) und trieben die Menschen dadurch in den Krieg gegen die sowjetischen Truppen.
 
Das erklärte Ziel der NATO und ihrer Verbündeten war es, den Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan zu erreichen.
 
Im Jahr 1989 erfüllte der damalige sowjetische Staats- und Parteiführer Herr Michail Gorbatschow die Forderungen und Wünsche der NATO und ihrer Verbündeten und beschloss den vollständigen Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan. Die sowjetische Armee verließ Afghanistan im Februar 1989.
 
Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan im Jahr 1989 verfügte das Land trotz der verheerenden Folgen des Krieges noch über eine stabile Regierung. Es gab eine funktionierende Verwaltung, Schulen für Mädchen und Jungen sowie eine nationale Armee mit umfangreicher militärischer Ausrüstung. Die sowjetische Armee hatte umfangreiche militärische Ausrüstung und einen großen Waffenbestand im Land zurückgelassen.
 
Während des zehnjährigen Krieges in Afghanistan wurden nicht nur junge Kämpfer des sogenannten heiligen Kriegs, Soldaten der damaligen afghanischen Regierung und russische Soldaten getötet, sondern auch Millionen unschuldiger afghanischer Zivilisten. Unter den Opfern befanden sich Säuglinge, Kinder, Frauen, ältere Menschen. kranke Menschen und schwangere Frauen. 
 
Mit dem Abzug der sowjetischen Armee im Jahr 1989 waren das ursprüngliche Ziel der NATO und ihrer Verbündeten erreicht und ihre Wünsche erfüllt. Damit bestand durchaus die Möglichkeit, den Krieg in Afghanistan zu beenden. So hätte die Grundlage für einen dauerhaften Frieden und den Wiederaufbau Afghanistans geschaffen werden können.
 
Pakistan ließ Afghanistan jedoch nicht zur Ruhe kommen. Auf Befehl Pakistans wurde in Afghanistan ein Bürgerkrieg entfacht. Pakistanische Führung hat die afghanischen Bürgerkriegsparteien unterstützt und damit maßgeglich zur Eskalation des Bürgerkriegs beigetragen. Pakistan nahm das Leid der unschuldigen afghanischen Zivilbevölkerung in Kauf und stürzte Afghanistan in Chaos und Anarchie.
 
Pakistan hat dafür gesorgt, dass nach dem Abzug der sowjetischen Armee die damalige afghanische Regierung unter Dr. Najibullah im April 1992 gestürzt wurde. Dabei wurden staatliche Strukturen und die Verwaltung schwer beschädigt oder zerstört. Schulen für Mädchen und Jungen, die nationale Armee Afghanistans sowie weitere staatliche Einrichtungen wurden vernichtet. Auch Teile der militärischen Ausrüstung und der Luftwaffe wurden zerstört; ein Teil der militärische Ausrüstung und Luftwaffe wurde zudem nach Pakistan geschmuggelt.
 
Nach dem Zusammenbruch der afghanischen Regierung unter Dr. Najibullah im April 1992 verhalf Pakistan ihm nahestehenden Akteuren, darunter auch Kriegsherren, die zuvor mit Pakistan zusammengearbeitet hatten, zur Übernahme der Regierung.
 
Auch nach den Anschlägen vom 11. September 2001 arbeitete Pakistan mit denselben ihm nahestehenden Personen und Kriegsherren zusammen, mit denen es bereits zwischen 1979 und 1989 kooperiert hatte. Pakistan setzte sich dafür ein, dass fast dieselbe Personen in die neue afghanische Regierung eingebunden wurden, die zuvor mit Pakistan zusammengearbeitet hatten. Die pakistanischen Militärmachthaber übten somit weiterhin einen destabilisierenden Einfluss auf Afghanistan aus und beeinträchtigten dadurch die politische Stabilität des Landes erheblich. Die pakistanischen Militärdiktatoren wollten Afghanistan weiterhin nicht in Ruhe lassen und dafür sorgen, dass das Land im Chaos und in der Anarchie versank.
 

Während der Stationierung der NATO-Truppen und ihrer Verbündeten in Afghanistan von Ende 2001 bis 2021 verfolgte Pakistan ihnen gegenüber im Wesentlichen eine ähnliche Strategie wie gegenüber den Russen in den Jahren 1979 bis 1989.
 
Im Rahmen der pakistanischen Strategie wurden in Afghanistan weiterhin unschuldige Zivilisten unter pakistanischem Kommando ermordet. Neugeborene Babys wurden erschossen, schwangere Frauen wurden in den Bauch geschossen. Wiederholt wurden Anschläge auf Hochzeitsfeiern verübt, bei denen sich Hunderte Menschen in Hochzeitssälen befanden und getötet wurden. Mädchenschulen wurden mehrfach Ziel von Anschlägen, bei denen Hunderte Schülerinnen getötet wurden. Reisebusse, in denen sich Zivilisten befanden, wurden Ziel von Anschlägen, bei denen zahlreiche Fahrgäste ermordet wurden. In Krankenhäusern wurden Anschläge verübt und Patienten getötet. In Moscheen wurden Anschläge verübt und betende Menschen ermordet. In Geschäftsstraßen und auf Wochenmärkten wurden Menschen beim Einkaufen getötet. Auch in den Stadtzentren wurden unschuldige Zivilisten durch Anschläge ermordet, darunter Säuglinge, Kinder, Frauen, ältere Menschen, kranke Menschen und schwangere Frauen.
 
Pakistan engagierte Personen, um afghanische Bauern, die keinen Mohn anbauen wollten, durch Geldzahlungen oder Einschüchterung dazu zu bewegen, Mohn anzubauen. Von Pakistan engagierte Personen bewogen manche Menschen durch Geldzahlungen dazu, in Afghanistan Heroin herzustellen. Durch diese Strategie Pakistans wurden fast vier Millionen Afghanen drogenabhängig.
 
Auf der anderen Seite der Durand-Linie, in Belutschistan und Paschtunkhwa, übt Pakistan seit 79 Jahren Unterdrückung aller Art aus, wie willkürliche Festnahmen, Verhaftung, Folter, gezielte Tötungen, Bombardierungen, spurloses Verschwinden usw. 
 
Wer seine Rechte einfordert, den Mund aufmacht oder Kritik am Militär beziehungsweise an der Regierung übt, wird verhaftet, gefoltert, ermordet oder zum Verschwinden gebracht. Dies betrifft Journalisten, Aktivisten, Menschenrechtsverteidiger, Rechtsanwälte, Politiker, Intellektuelle, Ärzte, religiöse Führer, Studenten, Geschäftsleute und andere gebildete Menschen. Berichten zufolge sind mehr als 100.000 Menschen in Belutschistan und Paschtunkhwa spurlos verschwunden. Diese Zustände stellen kein neues Phänomen dar, sondern dauern bereits seit vielen Jahren an.
 
Einem Medienbericht vom 16. Oktober 2026 zufolge war Folgendes zu erfahren: Pakistan stellt eine Bedrohung für Afghanistan und die gesamte Region dar. Pakistan hat einen Nährboden für Terrorismus und Drogen geschaffen. In Belutschistan befinden sich wichtige Anführer des sogenannten Islamischen Staates (IS). Einige von ihnen wurden von Drittstaaten aufgespürt beziehungsweise festgenommen, darunter Özgür Altun, Mehmet Gören und Mohammad Scharifullah. Zudem belegen die Äußerungen von Fazal Qadir Mandokhail, einem Abgeordneten des Provinzparlaments von Belutschistan, über die Präsenz von Kämpfern des sogenannten Islamischen Staates in Belutschistan, dass das pakistanische Militärregime Tausenden Kämpfern der Terrorgruppe IS Unterschlupf gewährt, sie organisiert und bewaffnet hat. Zuverlässige Berichte, die auf internationalen Untersuchungen und Satellitenaufnahmen basieren, deuten auf ein Ausmaß des Mohnanbaus in Pakistan hin, das Rekordwerte erreichen. Sie liefern damit angeblich unbestreitbare Beweise.
 
Sie bilden den IS und andere Terrorgruppen – insgesamt etwa 30 Gruppen – aus und entsenden sie nach Afghanistan, Indien und in andere Länder.
 
Sie sind in Drogen und Mohnanbau verwickelt.
 
Wie oben erwähnt, haben Sie etwa vier Millionen Menschen des afghanischen Volkes drogenabhängig gemacht.
 
Durch Ihre Strategie haben Sie im Laufe der vergangenen Jahrzehnte etwa 6,5 Millionen Menschen des afghanischen Volkes ermordet, darunter Säuglinge, Kinder, Frauen, ältere Menschen, kranke Menschen und schwangere Frauen.
 
Sie haben zahlreiche Städte Afghanistans dem Erdboden gleichgemacht.
 
Sie haben unsere zivilen Einrichtungen, darunter Krankenhäuser, Schulen, Universitäten, Moscheen, Wohnhäuser und Geschäfte, zerstört.
 
Sie haben unsere Verwaltung zunichtegemacht.
 
Sie haben unsere Nationalarmee, unsere militärische Ausrüstung und unsere Luftwaffe zunichtegemacht.
 
Sie haben in Belutschistan und Paschtunkhwa seit vielen Jahren Tyrannei und Unterdrückung aller Art ausgeübt.
 
Sie setzen Afghanistan unter Druck, damit es Ihre inakzeptablen Forderungen nachkommt. Dazu gehören die folgenden sieben Punkte:
 
Erstens: Sie wollen, dass Afghanistan die Durand-Linie als offizielle Grenze anerkennt. Wir können und werden jedoch die durch diese Linie verursachte Teilung unseres afghanischen Volkes und unseres Territoriums niemals akzeptieren.
 
Zweitens: Sie wollen, dass Afghanistan seine Beziehungen zu Indien beendet. Indien ist jedoch seit Jahrhunderten ein verlässlicher Partner und guter Freund Afghanistans und hat wiederholt humanitäre Hilfe geleistet, ohne dafür Gegenleistungen zu verlangen. 
 
Drittens: Sie wollen, dass Afghanistans Außenpolitik unter pakistanischem Einfluss steht. Dies widerspricht unserer Souveränität und wird daher ebenfalls ausdrücklich abgelehnt.
 
Viertens: Sie wollen die Abtretung des Wakhan-Korridors. Wir stellen unmissverständlich klar, dass wir keinen Teil unseres Territoriums abgeben werden – auch nicht einen einzigen Zentimeter.
 
Fünftens: Nach Ihrer Vorstellung soll Afghanistan nur eine sehr begrenzte Armee mit maximal 60.000 Soldaten unterhalten. 
 
Sechstens: Sie wollen verhindern, dass Afghanistan am Fluss Kunar einen Staudamm baut. Der Kunar ist unser Fluss. Wir lassen uns nicht verbieten, in unserem eigenen Land an unserem eigenen Fluss einen Staudamm zu errichten. 
 
Siebtens: Sie maßen sich an, über die Bodenschätze Afghanistans zu entscheiden und festzulegen, mit wem entsprechende Verträge abgeschlossen werden dürfen.
 
Dies sind einige Ihrer Forderungen. Wir stellen unmissverständlich klar, dass wir alle Ihre oben genannten Forderungen kategorisch ablehnen.
 
Die Durand-Linie ist lediglich eine Linie, sie stellt keine Grenze dar.
 
Belutschistan und Paschtunkhwa sind afghanisches Territorium. Die Menschen auf beiden Seiten der Durand-Linie, einschließlich der Bevölkerung Belutschistans und Paschtunkhwas, gehören zum afghanischen Volk.
 
Derzeit liegt die Verwaltung Belutschistans und Paschtunkhwas in den Händen der Diktatoren in Islamabad. Die Bevölkerung Belutschistans und Paschtunkhwas ist mit diesen Machthabern unzufrieden, insbesondere wegen der Verhaftungen, Folterungen, Ermordungen und des Verschwindenlassens von Menschen durch die pakistanischen Machthaber.
 
Wir können die seit mehr als 50 Jahren andauernde Unterdrückung und Tyrannei gegenüber dem afghanischen Volk auf beiden Seiten der Durand-Linie nicht länger ertragen.
 
Das afghanische Volk auf beiden Seiten der Durand-Linie, einschließlich der Bevölkerung Belutschistans und Paschtunkhwas, will nicht unter pakistanischer Verwaltung leben. Das Volk Großafghanistans will die Verwaltung Belutschistans und Paschtunkhwas unter die Kontrolle der Regierung in Kabul bringen und selbst in die eigenen Hände nehmen.
 
Pakistan hält seit vielen Jahren mehr als 100 Millionen Angehörige des afghanischen Volkes auf beiden der Durand-Linie unrechtmäßig in Unfreiheit, Tyrannei und Unterdrückung aller Art. Wir, das Volk Großafghanistans, wollen unsere Freiheit und Selbstbestimmung erlangen.
 
Wir sprechen Klartext: Wir Afghanen wollen keine Rechte anderer Länder oder Völker beanspruchen. Wir wollen lediglich unsere eigenen Rechte.
 
Wir warnen das pakistanische Regime und fordern es auf,
  • seine Streitkräfte umgehend aus Paschtunkhwa und Belutschistan abzuziehen;
  • alle politischen Gefangenen unverzüglich freizulassen;
  • die Grenzposten umgehend nach Attack zu verlegen, dorthin, wo sie sich vor dem 12. November 1893 befanden.
Wir möchten Sie ausdrücklich warnen, dass wir andernfalls ausländische Staaten um militärische Hilfe bitten werden. Den betreffenden Ländern werden wir Luftwaffenstützpunkte in Belutschistan, Paschtunkhwa, Bagram, Mazar-i-Scharif und Schindand zur Verfügung stellen, damit sie uns die erforderliche Unterstützung leisten können.
 
Solange die politische Macht in Pakistan in den Händen der Militärdiktatoren liegt, sehen wir keine Grundlage für eine Normalisierung der Beziehungen. Deshalb haben wir unsere Handelsbeziehungen mit Pakistan auf null reduziert. Ferner erlauben wir nicht, dass Handelswaren zwischen Pakistan und Zentralasien die Transitroute durch Afghanistan nutzen. Eine Verbesserung der Beziehungen erscheint erst dann möglich, wenn die Macht von den Militärdiktatoren auf eine zivile und liberale Regierung übertragen wird.
 
Mit freundlichen Grüßen