An die Vereinten Nationen, die Europäische Union, internationale Menschenrechtsorganisationen und die Weltgemeinschaft
Sehr geehrte Damen und Herren,
Das afghanische Volk auf beiden Seiten der Durand-Linie leidet seit vielen Jahren unter der Tyrannei und Unterdrückung durch das pakistanische Militär, kiergsverbrescherische Generäle und kriminellen Diktatoren. Menschen in Belutschistan und Paschtunkhwa, die ihre Rechte einfordern oder das pakistanische Militär beziehungsweise die pakistanische Regierung wegen der Unterdrückung unschuldiger Menschen kritisieren, werden verfolgt, verhaftet, gefoltert oder getötet. Betroffen sind Journalisten, Aktivisten, Politiker, Parlamentsabgeordnete, Lehrer, Ärzte sowie andere gebildete Persönlichkeiten. Viele unschuldige Menschen verschwinden spurlos oder werden durch Gewalt und Einschüchterung zum Schweigen gebracht.
Seit mehreren Jahren führt das pakistanische Militär wiederholt Angriffe auf afghanisches Territorium durch. Dabei kommen unter anderem Kampfjets, Drohnen, Raketen, Mörsergranaten und Artillerie zum Einsatz. In zahlreichen Provinzen Afghanistans wurden Wohnhäuser, Geschäfte, Krankenhäuser, Schulen, Universitäten und andere zivile Einrichtungen zerstört oder beschädigt. Infolge der pakistanischen Militärangriffen kamen zahlreiche unschuldige Zivilisten – darunter Frauen, Kinder, Babys und ältere Menschen – ums Leben; viele weitere wurden verletzt. Berichten zufolge wurden Menschen teilweise nachts in ihren Häusern im Schlaf getroffen. In anderen Fällen wurden Frauen bei alltäglichen Tätigkeiten wie Kochen oder Waschen sowie Kinder beim Spielen getötet.Viele der Angriffe fanden während der Nacht statt und versetzten die Bevölkerung in Angst und Unsicherheit. Zahlreiche Familien, darunter Kinder und Frauen, sahen sich gezwungen, ihre Häuser nachts zu verlassen und unter schwierigen Bedingungen im Freien zu übernachten. Teilweise mussten sie bei Regen und ohne ausreichenden Schutz bis zum Morgen außerhalb ihrer Häuser ausharren.
Ein besonders folgenschweres Beispiel pakistanischer Militärangriffe ereignete sich am 16. März 2026. An diesem Tag wurde das Suchtbehandlungszentrum „Omid“ in Kabul Ziel eines pakistanischen Luftangriffs. Nach einem Bericht der UNAMA kamen dabei mindestens 269 Menschen ums Leben, weitere 122 wurden verletzt. Afghanische Behörden sprachen von mehr als 400 Todesopfern, während Medienberichte von über 465 getöteten und rund 265 verletzten Personen ausgingen.Unter den Opfern befanden sich zahlreiche Zivilisten, darunter Frauen, Kinder, ältere Menschen, Patienten sowie medizinisches Personal. Der Angriff auf eine medizinische Einrichtung und die hohe Zahl ziviler Opfer belegen, dass ein schwerwiegendes Kriegsverbrechen vorliegt. Die gezielte Angriffsführung gegen eine zivile Einrichtung erfüllt demnach eindeutig den Tatbestand eines Kriegsverbrechens. Der Vorfall stellt daher einen besonders schwerwiegenden Fall dar, der umfassend aufgeklärt werden muss. Ein deutlicherer Beweis für Kriegsverbrechen kann nach dieser Sichtweise kaum verlangt werden.
Am 22. Mai 2026 forderte der UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in Afghanistan, Richard Bennett, erneut eine umfassende, transparente und unabhängige Untersuchung des Angriffs. Er betonte, dass vorsätzliche Angriffe auf Zivilpersonen und zivile Einrichtungen nach internationalem Recht als Kriegsverbrechen eingestuft werden können. Darüber hinaus erklärte er, dass sämtliche Vorwürfe im Zusammenhang mit Angriffen auf zivile Infrastruktur unabhängig untersucht werden müssen, um die Wahrheit festzustellen und mögliche Verantwortlichkeiten zu klären.
In diesem Zusammenhang kommt besondere Bedeutung den öffentlichen Äußerungen des pakistanischen Verteidigungsministers Khawaja Asif zu.
Im April 2025 erklärte er in einem Interview mit Sky News, Pakistan habe in der Vergangenheit „schmutzige Arbeit“ für einige Staaten geleistet. Diese Aussage wurde international breit diskutiert und als bemerkenswertes Eingeständnis der Rolle Pakistans in regionalen Konflikten wahrgenommen.
Darüber hinaus berichteten Medien am 19. Mai 2026 über weitere Äußerungen des pakistanischen Verteidigungsministers, in denen er Bedauern über die jahrzehntelange Einmischung Pakistans in die inneren Angelegenheiten Afghanistans äußerte.
Er erklärte:„Meiner Ansicht nach war unser Engagement ein Fehler. Wir hätten uns nicht in die inneren Angelegenheiten Afghanistans einmischen sollen, weil diese Angelegenheit uns nichts anging.“
Diese Aussagen von Herrn Khwaja Asif stellt ein bemerkenswertes Eingeständnis der pakistanischen Interventionen in Afghanistan dar. Sie bestätigt, dass Pakistan sich seit Jahrzehnten in die inneren Angelegenheiten Afghanistans einmischt. Zudem sind die Äußerungen von Pakistans Verteidigungsminister Herrn Khwaja Asif von erheblicher politischer Bedeutung. Sie verdeutlicht, dass die pakistanische Politik der Einmischung schwerwiegende Folgen für Afghanistan und die gesamte Region hatte.
Am 1. Juni 2026 erklärte die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, während ihres Besuchs in Pakistan:„Der beste Weg zur Lösung des Konflikts mit Afghanistan sind Gespräche, nicht Luftangriffe.“
Die Kriegsverbrecher Pakistans sind hochgradig kriminell und in die Ermordung von unschuldigen Zivilisten, darunter Frauen und Kindern, verwickelt. Aus dieser Perspektive haben Gespräche mit diesen Akteuren keine Aussicht auf Erfolg. Sie haben durch Täuschung, Lügen, gezielte Desinformation und nicht eingehaltene Zusagen wiederholt das Vertrauen anderer Länder missbraucht. Ferner möchten wir an dieser Stelle auf historische Beispiele verweisen: Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Alliierten mit kriegsverbrecherischen Generälen des NS-Regimes keine politischen Verhandlungen geführt, sondern sie im Rahmen der Nürnberger Prozesse zur Rechenschaft gezogen und strafrechtlich verurteilt.
Solange sich die politische Macht in Pakistan weiterhin in den Händen des Militärs befindet, werden weder in Afghanistan noch in Pakistan Frieden und Stabilität erreicht werden, und die Konflikte werden weiter andauern. Gespräche mit den Kriegsverbrechern Pakistans werden keinen Sinn ergeben. Eine Gesprächsführung mit den Machthabern Pakistans und eine Verbesserung der Beziehungen erscheinen erst dann möglich, wenn die politische Macht von den Militärgenerälen auf das Parlament übertragen wird, die demokratischen Strukturen in Pakistan gestärkt werden und das Land eine liberale Regierung erhält.
Vor diesem Hintergrund vertreten wir die Auffassung, dass auch im vorliegenden Fall Verhandlungen mit pakistansichen Kriegsverberchern nicht zielführend sind. Stattdessen soll im Sinne rechtsstaatlicher Prinzipien eine strafrechtliche Aufarbeitung und Verantwortlichmachung der pakistansichen Kriegsverbrecher vor unabhängigen Gerichten erfolgen.
Zudem wird darauf hingewiesen, dass Pakistan Forderungen an Afghanistan stellt, die als unrechtmäßig und nicht akzeptabel bewertet werden, darunter insbesondere folgende Punkte:
1. Pakistan fordert die Anerkennung der Durand-Linie als offizielle Grenze. Wir können und werden jedoch die durch diese Linie verursachte Teilung unseres afghanischen Volkes und unseres Territoriums niemals akzeptieren. Aus diesem Grund lehnen wir diese Forderung entschieden ab.
2. Pakistan fordert, dass Afghanistan seine Beziehungen zu Indien beendet. Indien ist jedoch seit Jahrhunderten ein verlässlicher Partner und guter Freund Afghanistans und hat wiederholt humanitäre Hilfe geleistet, ohne Gegenleistungen zu verlangen. Auch diese Forderung weisen wir zurück.
3. Pakistan verlangt, dass Afghanistans Außenpolitik unter pakistanischem Einfluss steht. Dies widerspricht unserer Souveränität und wird daher ebenfalls ausdrücklich abgelehnt.
4. Pakistan fordert die Abtretung des Wakhan-Korridors. Wir stellen unmissverständlich klar, dass wir keinen Teil unseres Territoriums abgeben werden – auch keinen Zentimeter.
5. Afghanistan soll nach pakistanischer Vorstellung nur eine sehr begrenzte Armee von maximal 60.000 Soldaten unterhalten. Auch diese Forderung lehnen wir kategorisch ab.
6. Pakistan will verhindern, dass Afghanistan einen Staudamm am Fluss Kunar baut. Der Kunar ist unser Fluss. Wir lassen uns nicht verbieten, in unserem eigenen Land an unserem Fluss einen Staudamm zu errichten. Diese Forderung Pakistans ist völlig inakzeptabel, und wir lehnen sie kategorisch ab.
7. Pakistan versucht, sich das Recht anzumaßen, über die Bodenschätze Afghanistans zu entscheiden und festzulegen, mit wem entsprechende Verträge abgeschlossen werden dürfen. Auch dies ist eine unverschämte Forderung, die wir unter keinen Umständen akzeptieren können und entschieden ablehnen.
Darüber hinaus gibt es weitere absurde und naive Forderungen seitens Pakistans, die wir als inakzeptabel erachten und daher in ihrer Gesamtheit zurückweisen.
Zudem weisen wir darauf hin, dass es immer wieder zu Konflikten und Unruhen in der Region Zentralasiens kommen wird, solange die beiden Seiten des afghanischen Territoriums nicht wiedervereinigt sind.
Das afghanische Volk leidet seit Jahrzehnten unter Krieg und Kriegsfolgen, Terrorismus, Armut, Hunger, politischer Instabilität und Gewalt des pakistansichen Kriegsverbrecher. Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Hunderttausende verloren Familienangehörige. Besonders schwer betroffen sind Frauen und Kinder, die oftmals die größten Opfer bewaffneter Konflikte sind.
Wir möchten betonen, dass das afghanische Volk keine Rechte anderer Nationen beansprucht.
Wir fordern lediglich die Achtung unserer eigenen Rechte, darunter folgende:
- das Recht auf Frieden,
- das Recht auf Sicherheit,
- das Recht auf Selbstbestimmung,
- das Recht auf territoriale Integrität,
- das Recht auf wirtschaftliche Entwicklung,
- das Recht auf ein Leben in Würde.
- das Recht auf Wiedervereinigung des durch die Durand-Linie geteilten Territoriums und des dadurch getrennten Volkes.
Wir appellieren an:
- die Vereinten Nationen,
- die Europäische Union,
- den Internationalen Strafgerichtshof,
- internationale Menschenrechtsorganisationen,
- demokratische Regierungen weltweit,
- UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in Afghanistan, Herrn Richard Bennett
alle Berichte über Pakistans Kriegsverbrechen und seine Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht sorgfältig zu untersuchen.
Wir fordern insbesondere:
- Eine unabhängige internationale Untersuchung aller Angriffe auf zivile Einrichtungen.
- Die Dokumentation möglicher Menschenrechtsverletzungen.
- Die Identifizierung möglicher Verantwortlicher.
- Die Gewährleistung von Gerechtigkeit für die Opfer.
- Die Unterstützung humanitärer Hilfe für betroffene Familien.
- Die Förderung eines gerechten und dauerhaften Friedens in der Region.
Frieden kann nur auf der Grundlage von Wahrheit, Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht entstehen.
Wir bitten die internationale Gemeinschaft daher eindringlich, die Stimmen der Opfer zu hören, die vorliegenden Berichte über Pakistans Kriegsverbrechen sorgfälling un vollständig zu untersuchen und alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Menschenrechte, Menschenwürde des afghanischen Volks und internationales Recht zu schützen.
Das afghanische Volk verdient nach Jahrzehnten von Krieg, Leid und Unsicherheit die Chance auf Frieden, Sicherheit und eine selbstbestimmte Zukunft.
PS: Afghanistan leidet seit nahezu 47 Jahren unter den Folgen von Kriegen, Konflikten und anhaltender Instabilität. Millionen Menschen sind von Armut, Hunger, Unterernährung, Krankheiten, Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit betroffen. Hinzu kommen die Auswirkungen des Klimawandels, darunter Dürren, Überschwemmungen, Erdbeben und andere Naturkatastrophen, die die Lebensbedingungen vieler Familien zusätzlich verschärfen.
Zahlreiche Menschen verfügen nicht über die finanziellen Mittel, um sich medizinisch behandeln zu lassen, lebensnotwendige Medikamente oder ausreichend Nahrung zu erwerben. Viele Frauen haben infolge der langjährigen Konflikte ihre Ehemänner verloren und sind aufgrund fehlender Einkommensmöglichkeiten oft nicht in der Lage, sich selbst und ihre Kinder zu versorgen. Gleichzeitig wurden zahlreiche Häuser durch Überschwemmungen, Erdbeben und andere Naturkatastrophen zerstört, wodurch viele Familien ihr Zuhause und ihre Existenzgrundlage verloren haben.
Die jahrzehntelangen Kriege, Konflikte und Entbehrungen haben einen großen Teil der afghanischen Bevölkerung unter die Armutsgrenze gedrängt. Manche Menschen sind infolge von Hunger gestorben, während andere aufgrund von Arbeitslosigkeit und der Unfähigkeit, ihre Familien zu ernähren, in Verzweiflung geraten sind und sich das Leben genommen haben.
Daher appellieren wir an die internationale Gemeinschaft und alle Länder der Welt, die notleidenden Menschen in Afghanistan mit großzügiger humanitärer Hilfe und Unterstützung zu begleiten.
Bitte leiten Sie dieses Schreiben im Interesse der Gerechtigkeit und für einen guten Zweck an Ihre Freunde und Bekannten weiter.
